Lesereihe

Das Landleben ist in den Medien angesichts demografischer, infrastruktureller und wirtschaftlicher Veränderungen allgegenwärtig. In Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen, in politischen Reden, ökonomischen Kalkulationen und in demografischen Untersuchungen werden Bilder ruraler Lebenswelten aufgerufen, die einerseits romantische Vorstellungen einer neuen Landlust bedienen und andererseits düstere Szenarien von ‚sterbenden’ Dörfern entwerfen. Das Land als Imaginationsraum, so scheint es, hat gerade in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs Konjunktur.

Auch die zeitgenössische Literatur hat das Landleben wieder für sich entdeckt – und zwar abseits gängiger Polarisierungen. Soziale, politische, technische und kulturelle Entwicklungen und Umbrüche wirken sich im und am ländlichen Raum besonders deutlich aus. Daraus schöpft auch die Literatur ihre Geschichten. In und mit ihnen werden ländliche Lebenserfahrungen angesprochen und gestaltet, Wünsche, Belastungen und Ängste ausgedrückt und verarbeitet, Veränderungen thematisiert und reflektiert. Diese Geschichten sind nicht allein dokumentarischer Natur; sie verdichten und verzerren, ironisieren und fantasieren, spitzen zu und stellen in Frage.

In der Auseinandersetzung mit individuellen, traditionellen oder gemeinschaftlichen Lebensentwürfen in Stadt und Land fragt das Erzählen nicht zuletzt nach dem ‚guten Leben‘ (bzw. dessen Gegenteil). Was bedeutet der Wandel ganzer Landstriche und Regionen für die Menschen, die in ihnen leben? Welche Probleme und Herausforderungen, Ängste und Hoffnungen, Erinnerungen und Utopien haben sie? Welche Vergangenheiten erinnern sie, in welcher Gegenwart leben sie und wie könnte ihre Zukunft aussehen? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich 2016 die Lesereihe „Über Land“.

 

Veranstaltungsort Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 2
06110 Halle an der Saale
Der Eintritt ist frei, die Platzzahl begrenzt. 
 Beginn  jeweils 18.00 Uhr
Weitere Infos auch unter www.kulturstiftung-bund.de/trafo/ueberland
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Eine Veranstaltungsreihe im Programm "TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel" der Kulturstiftung des Bundes und des Forschungsprojekts "Experimentierfeld Dorf" an der Martin-Luther-Universität, das durch die Volkswagenstiftung gefördert wird.

12. Januar 2016

Andreas Maier liest aus "Der Ort"

 

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet von der Lesung: Link

 

09. Februar 2016

Katharina Hacker liest aus "Eine Dorfgeschichte"

 

08. März 2016

Regina Scheer liest aus "Machandel"

 

12. April 2016

Annika Scheffel liest aus "Bevor alles verschwindet"

 

03. Mai 2016

Jan Brandt liest aus "Gegen die Welt"

 

08. Juni 2016

Saša Stanišić liest aus "Vor dem Fest"